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Unsere Geschichte

Original Standarte handgemalt von
Ehrenmitglied Gerhard Winkels 1982

Die Gründung der KüKaGe

 

Der Oktober 1949 gilt als die Geburtsstunde des organisierten Karnevals in Kückhoven. Nachweislich gab es auch schon 1886 karnevalistisches Treiben im Ort. Dieses Brauchtum, vornehmlich Sitzungen, wurde aber von Gruppierungen und Vereinen mit satzungsgemäß anderen Zielsetzungen veranstaltet.

Wenige Jahre nach Ende des 2. Weltkriege und dem Leid und den Entbehrungen, die er gebracht hatte, scheint es nur allzu verständlich, dass die Kückhovener sich danach sehnten, Frohsinn und Freude gemeinsam zu erleben.

Man schreibt das Jahr 1949. Schon lange vor Beginn der närrischen Zeit gibt es in Kückhoven nur ein Thema, und diese Thema lautet: Karneval !
Kückhoven möchte Karneval feiern oder eine Gesellschaft gründen, die die Organisation übernimmt. Es gibt Leute, die dafür, aber auch solche, die dagegen sind. Es steht fest, dass es in Kückhoven Leute gibt, die sich mit ihrer ganzen Person in den Dienst der Sache stellen wollen. Wenn dies zunächst auch nur wenige sind, dafür sind es aber echte Karnevalisten im wahrsten Sinne des Wortes.
Diese Feststellung ist dann auch der Anlass zu einem zwangslosen Treffen von Frauen und Männern unseres Dorfes in der Gaststätte von Heinrich Niessen im Oktober 1949. Am runden Tisch wird das Für und Wider erwogen, und man kommt an diesem Abend überein, in Kückhoven eine Karnevalsgesellschaft zu gründen.
Zum kommissarischen Vorsitzenden wählte man Heinrich Viethen, zum Schriftführer Richard Vossen und zum Kassierer Willi Dahmen. Dieses ist die Geburtsstunde der "Kückhovener Karnevalsgesellschaft".
In dieser Versammlung erklärte sich Heinrich Viethen bereit, die anfangs entstehenden Unkosten in Höhe von 140.- DM der jungen Gesellschaft vorzustrecken, die er dann später in Raten zurückerhält. Auch gebührt an dieser Stelle Frau Gerhard Schmitz für ihre finanzielle und materielle Unterstützung der Dank der Gesellschaft.

 

Im November 1949 lädt Heinrich Viethen durch die Ortsschelle zu einer Versammlung in die Gaststätte Heinrich Niessen ein. Wenn die karnevalsbegeisterten Gründer einen voll besetzten Saal erwartet haben, so sind sie zum ersten Mal bitter enttäuscht worden. Nur wenige Interessenten erscheinen.

Heinrich Viethen aber lässt sich dadurch nicht entmutigen, im Gegenteil. Schon zum 25. Januar 1950 lädt er zur ersten Karnevalssitzung in die Gaststätte Josef Vieten ein.

Links: Plakat zur ersten Galasitzung

 

Alles fragt sich: "Was ist denn da los?" Karnevalssitzung ohne Elferrat? Ohne solchen ist doch eine Sitzung gar nicht möglich! Und so beginnt nun ein Rätselraten. Aber Heinrich Viethen hat seinen Schlachtplan schon entworfen. Die Gaststätte Josef Vieten ist bis auf den letzten Platz besetzt. Alles erwartet in fieberhafter Spannung um 20.11 Uhr den Einmarsch des Elferrates. Endlich ist es soweit. Pünktlich um 20.11 Uhr erscheint Heinrich Viethen als Erster und Einziger. Er marschiert strammen Schrittes zur Bühne, begrüßt mit kurzen Worten die Gäste und beruft aus der Menge heraus den Elferrat.
Folgende Begebenheit hat sich ereignet: Im Vorzimmer der Gaststätte spielt man an mehreren Tischen Karten. Als der Name des ersten in den Elferat berufenen Kückhoveners fällt, springt dieser Mann auf, wirft die Karten auf den Tisch und eilt spontan strammen Schrittes auf die Bühne, so, als hätte es sich um die Ausführung eines militärischen Befehls gehandelt. Diese Handlungsweise von Heinrich Königs, erst genannter, hat den Bann gebrochen. Alle anderen Aufgerufenen folgen dem gleichen Beispiel und die KüKaGe hat ihren ersten Elferrat.

Folgende Herren gehören diesem ersten Elferrat an: Albert Mirbach als Präsident, Peter Dahmen, Willi Dahmen, Lorenz Halcour, Johann Kauertz, Johann Kirchhoven, Heinrich Königs, Alex Schäfer, Werner Schliebeck, Richard Vossen, Theo Wallrafen, Hubert Hilgers als Zeremonienmeister und Hilde Schwiertz als Funkenmariechen.
 

Albert Mirbach hat es verstanden, in den Anfangsjahren die Sitzungen mit viel Schwung und Humor über die Bühne zu bringen. Wir dürfen wohl sagen, dass er als vielbeschlagener Mann der richtige war, diesen hohen, schweren Posten der Gesellschaft zu bekleiden.

Das Programm kann nun vorschriftsmäßig abgewickelt werden. Interessant, dass für diese Sitzung Heinrich Viethen sogar Elferratsmützen beschafft hat, das Stück für 30 Pfg. Es muss aber noch erwähnt werden, dass der Sohn, Josef Viethen, an diesem Abend als erster Büttenredner aufgetreten ist. Verschiedene scherzhafte Vorträge, teils aus dem Stegreif, sowie die vier frohen Sänger Heinz Dahmen, Peter Lorenz Steffens, Theo Heinrichs und Toni Dahmen mit ihren Gesangsdarbietungen, halten die Gäste noch viele Stunden in echter karnevalistischer Stimmung beisammen.

Leider hat man es in den Folgejahren versäumt, die Namen der Aktiven, ihre Reden oder Lieder aufzuschreiben und damit der Nachwelt zu erhalten. Geblieben sind uns die Lieder von Willi Trebels und Peter Stresius. Die Texte, lange Jahre jedem Kückhovener bekannt findet Ihr hier.

Die junge KüKaGe hat ihre Feuertaufe bestanden.

Im Januar und Februar 1950 finden in den Gaststätten von Hübgens, Niessen, Reiners und Settels je eine Sitzung statt. In der zweiten Sitzung im Lokal Hübgens bringt der Büttenredner Reiner Herbergs zum ersten Mal eine Puppe heraus, die später das Symbol der KüKaGe wird.
 

Dass die Gründung der Gesellschaft in Kückhoven auf fruchtbaren Boden gefallen ist, beweist das Altweiberrennen. Ein nie erhoffter Zuspruch. In allen Gaststätten herrschte Hochbetrieb, eine einmalige Stimmung hat unser Dorf erfasst und hält bis in die frühen Morgenstunden jung und alt beisammen. Das gleiche Bild auf den Maskenbällen im Saale Corsten.
 

Der erstmalig von der Gesellschaft gestartete Rosenmontags-Festzug 1950 ist geradezu überwältigend. Elferrat, Präsident und Vorstand ziehen auf einer festlich geschmückten Milchfuhre, an der das Wappen der KüKaGe prangt, gezogen von zwei edlen Kaltblütern, davor das fast balletthaft tanzende Funkenmariechen - Sybille Hendrix - durch das Dorf. Der Elferrat verteilt an alle Kinder des Dorfes "Klömkes", wenn auch in bescheidenem Maße, so aber doch aus übervollen, freudigen Herzen.
 

Über das Jahr 1951 ist nicht viel zu sagen. Der Auftakt zur närrischen Zeit beginnt mit der Sitzung am 11. 11. 1950 in der Gaststätte Josef Vieten. Ein vollbesetztes Haus lauscht dem Programm, das infolge eines großen Zuspruchs an Büttenrednern und den vier frohen Sängern in bunter Reihenfolge ein Trommelfeuer auf die Lachmuskeln der Gäste loslässt und so die richtige Karnevalsstimmung schafft.

Ein Festzug findet nicht statt, wohl aber in sämtlichen Gaststätten ein restlos gelungenes Altweibertreiben. Auch die Maskenbälle im Saale Corsten sind restlos ausverkauft.
1952 sind die Sitzungen von den Gästen mit viel Beifall aufgenommen worden. Die gebrachten Darbietungen stellen alles bisher dagewesene in den Schatten.

Auf Anregung von Johann Kirchhoven und nach Beschluss der Gesellschaft findet am Rosenmontag ein Kinderzug statt. Mit der Kapelle Dahmen an der Spitze des Zuges bekommt die Bevölkerung unseres Dorfes einen reizenden Kinderzug zu sehen. Die Kinder sind kostümiert und haben sogar ein Prinzenpaar.
 

Als Festordner fungierte der Elferrat, der fleißig "Klömkes" verteilt. Die Begeisterung des Dorfes ist groß. Die KüKaGe hat sich damit die Sympathie aller erworben.Wie nicht anders zu erwarten, verlaufen das Altweibertreiben in den Gaststätten, sowie die Maskenbälle im Saale Corsten in echter karnevalistischer Begeisterung.
 

Erfolge verpflichten. Das ist auch der KüKaGe bekannt, und so wird eisern gearbeitet, um die Sitzungen im Jahre 1953 noch besser zu gestalten und man kann sagen, dass dieses in großer Form durchgeführt worden ist.

In diesem Jahr findet erstmals das Altweibertreiben im Saale Corsten statt, eine Maßnahme, die sich nicht aus irgendwelchen persönlichen Gründen gegen die Gaststättenbesitzer richtet, sondern vielmehr durch Zwang der Verhältnisse und des starken Besuches diktiert ist. Diese Maßnahme hat sich als richtig erwiesen, denn die Teilnehmer am Altweibertreiben sind nicht weniger, im Gegenteil, die Zahl der Besucher ist ständig gestiegen.
Im Friseursalon von Jean Pisters, des damaligen Elferratspräsidenten, findet eine Elferratsbesprechung statt. Diese Besprechung im Dezember 1952 ist für die KüKaGe von ausschlaggebender Bedeutung. Nach Erledigung verschiedener Punkte bringt Alex Schäfer den Vorschlag ein, in dieser Session am Tulpensonntag einen Festzug zu veranstalten, an dem sich das ganze Dorf beteiligen soll. Sein Vorschlag löst allgemeines Entsetzen aus, dann findet er einstimmige Ablehnung. Niemand will das damit verbundene Risiko übernehmen. Aber Alex Schäfer hat in all den Jahren die Kückhovener genau kennengelernt. Er weiß, dass der von ihm bereits in Gedanken ausgearbeitete Plan durchaus durchzuführen ist, und so versetzt er an diesem Abend die Versammlung einen zweiten Schock, indem er sagt: "Wenn keiner das Risiko übernehmen will, so erkläre ich hiermit, dass ich das Risiko mit all seinen Folgen auf mich nehme. Der Festzug findet doch statt. Ich betone noch mal: Alle Folgen hieraus nehme ich persönlich auf meine Kappe!"  

 

Und nun beginnt Alex Schäfer seine Arbeit, wie man es in all den Jahren von ihm kennt. Kein Wunder, dass die Nachbarschaften bei der ersten Besprechung begeistert waren. Tag für Tag, Abend für Abend, ja bis spät in die Nacht hinein wird gearbeitet und gebastelt. Der Erfolg: Ein Festzug, bestehend aus zwölf Wagen, hinzu kommt noch viel Fußvolk, teils aus Kückhoven, teils aus umliegenden Ortschaften.Als Höhepunkt diente ein einwandfrei und sauber gearbeitetes Füllhorn dem Prinzenpaar Herbert I. und Annegert I. Pisters als festlich geschmückter Thron.

Sie waren der stolze Mittelpunkt des karnevalistischen Geschehens. Kückhoven und die aus der Umgebung herbeigeeilten Zuschauer erlebten einen Zug, der als erstklassig gelungen bezeichnet wird.
 

Damit hat unser Dorf den Beweis erbracht, dass es in der Lage ist, aus eigenen Mitteln und aus eigener Kraft einen solchen Festzug zu gestalten. Der Erfolg hat Alex Schäfer Recht gegeben und darüber hinaus bestätigt, dass ein Festumzug aus unserem Karneval nicht mehr wegzudenken ist. Vorstand und Elferrat haben nun keine Bedenken mehr, für die weiteren Festzüge ihre Zustimmung zu geben.

 


Wieso die Japstöck und "Jap Mött"?

 

Wieso wir "Japstöck" genannt werden und wieso wir "Jap Mött" rufen?!? Hier ist die Antwort!


 

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